Der Vorsitzende des Stadtlauf-Verein Eschborn e.V. (SVE Eschathlon) Jürgen Wrona erinnert sich noch lebhaft, wie vor exakt sieben Jahren bei der Siegerehrung des Eschathlon 2019 alles begann: https://www.eschathlon.de/wp-content/uploads/2021/12/2149_EWO_U16_4c_S01.pdf
Für mich ist dieses Projekt ein echtes Lebenswerk. Gleichzeitig empfinde ich es als große Ehre, im Zuge dieser Arbeit mit zahlreichen Deutschen Meistern, Weltmeistern und sogar Olympiasiegern in Kontakt gekommen zu sein. Was vor mittlerweile über sechs Jahren als vorsichtiger erster Recherche-Schritt begann, entwickelte sich zu einer Dimension, die ich damals in keiner Weise absehen konnte.

Christoph Höhne mit Jürgen Wrona. Der Olympiasieger von 1968 Christoph Höhne (rechts) gewann bei der Olympiade in Mexiko den 50km-Gehen-Wettbewerb und wurde 1970 Team-Weltmeister (u.a.m.) in Eschborn beim Lucano-Cup. In seinem Garten in Fürstenwalde durfte ihn der Projektleiter Jürgen Wrona (links) der „Eschborner-Gehergeschichte 1963-1993“ über seine Eschborn-Geher-Erinnerungen 2021 interviewen. (https://youtu.be/7EGP505HeGE? , Christoph Höhne ab Minute: 05:00)

Nach anfänglichem Rätselraten wurde mir rasch bewusst, dass sich in Eschborn zwischen 1963 und 1993 Außergewöhnliches ereignete: Die Stadt war über drei Jahrzehnte hinweg das Zentrum der deutschen Leichtathletik-Disziplin Gehen und wurde international als „Mekka des Gehsports“ gefeiert. In den 1970er-Jahren galt das 50-Kilometer-Gehen als Königsdisziplin der Leichtathletik – lange bevor der Marathonlauf in den 1980er-Jahren verstärkt in den Fokus rückte. Auch in Eschborn wurden Weltmeisterschaften dieser hoch angesehenen Disziplin ausgetragen, bei denen herausragende Geher – unter anderem 1970 und 1979 – zu Weltmeistern gekürt wurden.

Die drei Jahre der Recherche waren intensiv und emotional fordernd – geprägt von bewegenden Momenten, Phasen großer Betroffenheit, aber auch von gedanklicher Leere. Umso größer war die Motivation, wenn nach Monaten plötzlich ein bislang unbekannter Zeitzeuge gefunden werden konnte. Ein besonderer Dank gilt dem herausragenden Recherche-Team, das dieses Projekt mit großem Engagement begleitet hat. https://www.eschathlon.de/30ygeher/das-recherche-team/.
Sowie allen weiteren direkt und indirekt Beteiligten – darunter auch dem Videoproduzenten. Unser Dank richtet sich ebenso an die Stadt Eschborn mit Bürgermeister Adnan Shaikh an der Spitze für die wertvolle Unterstützung. Hinweisen möchten wir zudem auf die dauerhaft verfügbare Dokumentation zur außergewöhnlichen Eschborner Gehergeschichte. Sie umfasst unter anderem eindrucksvolle Zeitzeugen-Interviews, historische Privatvideos aus den Jahren 1970 und 1973, zahlreiche emotionale Fotografien aus 30 Jahren Sportgeschichte (1963–1993) sowie weitere spannende Einblicke: https://www.eschathlon.de/30ygeher

PS: Das erste Recherchejahr war noch stark davon geprägt, überhaupt Zeitzeugen zu finden und zu klären, wie groß diese Eschborner Sportgeschichte tatsächlich war. Digitale Quellen gab es kaum – alles musste mühsam zusammengetragen, geprüft und neu zusammengesetzt werden. In den beiden folgenden Jahren änderte sich das Bild deutlich: Immer mehr belastbare Hinweise tauchten auf, begleitet von zahlreichen positiven Überraschungen. Besonders bemerkenswert war dabei der unerwartete Fund einer weiteren Deutschen Meisterschaft im Rahmen unserer Geher-Recherche: die Deutsche Marathon-Meisterschaft 1973 in Eschborn. Diese fand im Rahmen einer Doppelmeisterschaft gemeinsam mit den Gehern statt – ein sporthistorisches Großereignis mit rund 24.000 Zuschauern entlang der Eschborner Straßen. Als Organisator des ESCHATHLON (Der Eschborner Halbmarathon) erfüllt es mich mit besonderer Freude, dass diese Geschichte heute wieder stärker ins Bewusstsein rückt. Ein eindrucksvoller historischer Film aus dem Jahr 1973 ist hier zu sehen: https://youtu.be/PBHPjoAocxQ

 

Christoph Höhne und Bernd Kannenberg – DAS Bild der beiden Olympiasieger (OS), aufgenommen in München am 3. Sep. 1972 beim 50km-Gehen im Rahmen der Olympiade [links: Bernd Kannenberg, BRD, OS 1972, und rechts: Christoph Höhne, DDR, OS 1968], dieses Foto steht für Jürgen Wrona als „Symbolbild“ der Eschborner Gehergeschichte. Foto: Unbekannt / vermutlich Pressefoto (dpa/AP), Olympische Sommerspiele 1972, München. Siehe auch „Höhne gegen Kannenberg“ – das Duell der Olympiasieger: Christoph Höhne und Bernd Kannenberg – DAS Bild der beiden Olympiasieger (OS), aufgenommen in München am 3. Sep. 1972 beim 50km-Gehen im Rahmen der Olympiade [links: Bernd Kannenberg, BRD, OS 1972, und rechts: Christoph Höhne, DDR, OS 1968], dieses Foto steht für Jürgen Wrona als „Symbolbild“ der Eschborner Gehergeschichte. Foto: Unbekannt / vermutlich Pressefoto (dpa/AP), Olympische Sommerspiele 1972, München. Siehe auch „Höhne gegen Kannenberg“ – das Duell der Olympiasieger: https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video51248.html